Stehen wir vor einer Turbo-Evolution?
Warum Arten unerwartet überleben
In der Natur geht Seltsames vor. Grillen verstummen, Vögel verändern Aussehen und Verhalten, Fischarten schrumpfen zu Zwergen und Echsen wachsen lange Beine. Biologinnen und Biologen haben mittlerweile eine Vielzahl von Beispielen für schnelle Evolution gefunden, die nicht Jahrtausende oder gar Jahrmillionen benötigt, sondern innerhalb weniger Generationen oder Jahre vonstatten geht, Evolution, mit der man sogar experimentieren kann. Treibende Kraft ist vielfach der Mensch: Klimawandel, die Zerstörung der Habitate, die Verschleppung von Pflanzen- und Tierarten, der Einsatz von Pestiziden und intensive Bejagung können einen derart starken Selektionsdruck erzeugen, dass betroffene Arten sich überraschend schnell anpassen und verändern.
So gibt es zum Beispiel immer mehr Elefanten ohne Stoßzähne, weil sich die stoßzahnlosen Exemplare vermehren können, während die mit Stoßzähnen Wilderern zum Opfer fallen. Der Mensch befeuert die Evolution und entfacht damit Segen und Fluch zugleich. Denn neben der wünschenswerten evolutionären Rettung von Tier- und Pflanzenarten gibt es auch eine dunkle Seite: die bedrohlich fortschreitenden Resistenzbildungen von Krankheitserregern und Schädlingen gegen Antibiotika und Biozide. In beiden Fällen geht es um dasselbe Phänomen, daher brauchen wir ein tiefer gehendes Verständnis dieser Prozesse. Bernhard Kegel zeigt, dass wir die Kraft und die Möglichkeiten evolutionärer Veränderungen unterschätzt haben, und entführt uns in die aufregende Welt der Evolutionsbiologie.

















